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Erfolgreiche Chemiewaffenvernichtung mit Eisenmann – Projekte in Russland abgeschlossen

Böblingen, 08. November 2017 – Seit Ende September 2017 ist Russland chemiewaffenfrei. An der Vernichtung des mit insgesamt 40.000 Tonnen weltweit größten Arsenals an chemischen Kampfstoffen war der Böblinger Anlagenbauer Eisenmann maßgeblich beteiligt: Drei der insgesamt sieben russischen Chemiewaffen-Vernichtungsanlagen – in Kambarka, Potschep und Kisner – wurden in Kooperation mit Eisenmann konzipiert und errichtet.

In der 1997 in Kraft getretenen Chemiewaffenkonvention hatte sich Russland zusammen mit über 150 weiteren Staaten verpflichtet, bis 2012 sein gesamtes Arsenal an chemischen Kampfstoffen sicher und umweltschonend zu vernichten. Dies ist nun – wenn auch mit Verspätung – gelungen. Finanzielle Unterstützung bei dieser Mammutaufgabe erhielt Russland durch die 2002 gegründete „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen“. Von deutscher Seite flossen rund 350 Millionen Euro in das Projekt.

„Als einer der Weltmarktführer im Bau von Chemiewaffenvernichtungsanlagen für flüssige und feste Problemabfälle, entwickelten wir ein effizientes und umweltschonendes Verfahren zur Entsorgung von Reststoffen, die bei der Detoxifikation chemischer Kampfstoffe anfallen, inklusive der mit den toxischen Komponenten in Kontakt gekommenen Behälter und weiterer kontaminierter Materialien“, erklärt Dr. Johann Halbartschlager, Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG. „Zentrales Element des Verfahrens ist die Hochturbulenz-Brennkammer Turaktor, in die flüssige und gasförmige Kampfstoffe eingedüst und bei Temperaturen bis 1.200 °C verbrannt werden. Eine aufwendige Rauchgasreinigung und Abwasserbehandlung sorgt für eine sichere Elimination der Reaktionsprodukte.“

Im März 2006 ging die erste Anlage in Kambarka, Südural, in Betrieb. Bis 2009 wurden 6.350 Tonnen des in Zisternen gelagerten arsenhaltigen Lewisits in einem mehrstufigen Verfahren unschädlich gemacht. Zur Verbrennung der gasförmigen/flüssigen bzw. festen toxischen Reaktionsmassen installierte Eisenmann die Hochturbulenz-Brennkammer Turaktor und einen Herdwagenofen. Im weiteren Prozess war Eisenmann auch für die Reinigung der anfallenden Rauchgase und Abwässer zuständig.

Im weiteren Anlagenkomplex in Potschep, 500 km südwestlich von Moskau, wurden ab 2009 rund 7.500 Tonnen verschiedener Nervenkampfstoffe aus 67.000 Fliegerbomben vernichtet. Auch hier kamen Hochturbulenz-Brennkammern und Herdwagenöfen sowie eine optimierte Rauchgasreinigungs- und eine Abwasserbehandlungsanlage mit Rückführung der Prozesswässer von Eisenmann zum Einsatz. 2013 wurde mit der Beseitigung von 5.745 Tonnen Nervengift in Kisner, einer Stadt in der zentralrussischen Republik Udmurtien, begonnen. Mit der langbewährten Technologie von Eisenmann wurden hier bis September 2017 die letzten chemischen Kampfstoffe in Russland vernichtet.

Über Eisenmann

Eisenmann zählt zu den international führenden Anbietern von Anlagen und Dienstleistungen in den Bereichen Oberflächentechnik, Materialfluss-Automation, Thermoprozess- und Umwelttechnik. Seit mehr als 65 Jahren berät das süddeutsche Familienunternehmen Kunden und baut flexible, energieeffiziente und ressourcenschonende Anlagen nach individuellen Anforderungen für die moderne Produktion und Intralogistik. Eisenmann ist in Europa, Amerika und den BRIC-Staaten an 25 Standorten in 14 Ländern mit rund 3.200 Mitarbeitern vertreten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 862 Millionen Euro (2016).

Vormontage der Chemiewaffenvernichtungsanlage mit Abwasseraufbereitung, Turaktor und integrierter Abluftreinigung für den Standort Potschep, Russland. (Bild 1)
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Vormontage der Chemiewaffenvernichtungsanlage mit Abwasseraufbereitung, Turaktor und integrierter Abluftreinigung für den Standort Potschep, Russland. (Bild 1)

Vormontage der Chemiewaffenvernichtungsanlage mit Abwasseraufbereitung, Turaktor und integrierter Abluftreinigung für den Standort Potschep, Russland.
 

Hochtoxische chemische Kampfstoffe werden nur mit Schutzanzügen entsorgt. (Bild 2)
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Hochtoxische chemische Kampfstoffe werden nur mit Schutzanzügen entsorgt. (Bild 2)

Hochtoxische chemische Kampfstoffe werden nur mit Schutzanzügen entsorgt.

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